Schloss Mikulov

 Schloss Mikulov

Führung
A
Von der Gotik zum Empire

Die Exposition enstand im Jahre 1997 mit Hilfe der Mährischen Galerie in Brünn, die einen Teil ihrer Sammlungen an das Regionalmuseum in Mikulov lieferte. Die wertvollsten und interessantesten Museumexponate zeigen, wie sich das Lebenstils in der Zeiten zwischen der Gotik und dem Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte. Im Gegensatz zu den klassischen Schlossexpositionen, deren Ziel ist, eine Illusion des vollständigen Schlossinterieur zu schaffen, handelt es sich hier um ein museales Konzept mit Betonung auf einzelne Gegenstände, die den Stil der gewissen Zeitperiode charakterisieren.
Die Stilspanne der Exposition folgt die Geschichte des Schlosses (von der ältesten Zeiten der gotischen Burg, über Renaissance mit Kardinal Franz Dietrischtein, Barock mit häufigen Besuchen von Maria Theresia, bis zu dem Aufenthalt von Napoleon Bonaparte im 19. Jahrhundert). Die Exposition bietet eine representative Abbildung des damaligen Handwerks und Lebenstils. Sie ist für ihre große Bildungsqualität bei den Besuchern sehr beliebt und auch von den Schulen häufig besucht.

Die Kleidung von Margaretha Frances Lobkowicz, geboren Dietrichstein

Die Sammlung der historischen Kleidungen in Böhmen und Mähren gewann eine sehr wichtige und außerordentlich gut erhaltene Merkwürdigkeit - das Gestattungskleid von Margaretha Frances Lobkowicz (?1597-1617), die mit ihrem Gatten, Václav Wilhelm Lobkowicz (1592-1621), in der Gruft der Pfarrkirche des Heiligen Wenzels in Mikulov gestattet ist. Das Regionalmuseum in Mikulov erwarb die Gestattungskleider des Ehepaars im Jahre 2003, wenn es zu einer antropologischen Untersuchung der Überresten von beiden Eheleuten kam. Die Untersuchung wurde von RNDr. Eva Drozdová durchgeführt. Die Kleidung von Margaretha Frances wurde im Jahre 2005 von der akademischen Malerin, Vendulka Otavská, konserviert.
Margaretha Frances war eine Tochter des Unterkammerherr Mährens, Sigmund II., Fürst von Dietrichstein, und Joanna Scaligieri, die von einer aristokratischen Familie aus Verona stammte. Sie gehörte zu der dritten Generation der Dietrichsteiner in Mikulov. Bis 1616 war sie eine Hofdame der Kaiserin Anna, der Ehefrau Kaiser Matthias. Sie heiratete im Februar 1616 und starb ein Jahr später nach der Geburt ihres ersten Kindes.
Das Kleid von Margaretha Frances ist ein hervorragendes Beispiel der weiblichen Kleidung aus dem frühen 17. Jahrhundert, in Europa nur selten erhalten. In Hinsicht auf das kurze Leben von Margaretha Frances können wir behaupten, dass das Kleid um 1616 gefertigt wurde. Das Kleid besteht aus einem großartig genähten Leibel und einem festlichen Mantel mit hängenden Ärmel, der aus handgeschnittenem Samt gemacht war. Beide Teile haben einen festen Kragen, um einen feinen Spitzenkragen zu unterstützen. Die Ärmel des Leibels sind mit zierlichen Aufschlägen verschmuckt. Solche gut erhaltene modische Ergänzungen kann man nur außergewöhnlich finden. Dazu gehört noch ein breiter Samtrock. Die Grabausstattung weiter besteht aus gestrickten Seidenstrümpfen, Strumpfbändern aus Seidenstoff, die mit einer Spitze und Quasten geschmückt sind, Schuhbänder und einem Kopfkissen. Dieses ist mit Menschenhaar gefüllt. Das Kleid von Margaretha Frances repräsentiert spanische Mode, die in der oberen Schichten der Gesellschaft getragen wurde. Sie herrschte vor allem am Wiener Hof, und als wir bei Margareth Frances sehen können, wurde sie auch von der mährischen Aristokratie getragen, was die Bilder aus der Zeit beweisen.

In 2009 wurde die Exposition mit neu restaurierten Gegenständen bereichert. Ein spätgotisches Kreuz - eine Holzschnitzerei aus der Wende des 16. und 17. Jahrhundert - gehörte ursprünglich zu der Ausstattung der Schlosskapelle. Heute befindet es sich in dem Saal, der dem Franz Dietrichstein gewidmet ist, weil es angenommen wird, das Kreuz wäre für die Kapelle von Franz Dietrichstein bestellt.
Das Rokoko-Damenkleid, das für die Beerdigung der Marie Anna Josepha Dietrichstein (1705-1764) benutzt wurde, bewahren wir in einem kleinen Raum innerhalb der Schlosswände, um die Temperatur, Feuchtigkeit und Licht zu kontrollieren. Das Kleid ist aus Seide genäht, nach der franzözischen Mode des 18. Jahrhundert. Es besteht aus einem schmalen Leibel mit tiefem Dekolte, schmalen Ärmeln und einem in den Hüften breiten Rock. Die Restauratorin, die akademische Malerin Vendulka Otavská, war sehr überrascht über den guten Zustand des Kleides. Dazu gehören noch Textilschuche, die zusammen mit dem Kleid ausgestellt sind.

Die Dietrichsteinergalerie

Die Galerie einer der bedeutendsten mährischen aristokratischen Familien, deren Vertreter mehrmals die Europäischen Geschichten beeinflüssten, spricht von der Familie und Region. Die Dietrischteiner lebten und arbeiteten in Mikulov von 1570 bis zum Ende des zweiten Weltkriegs. Der Aufgang und Untergang der Stadt war immer mit ihren gesellschaftlichen, politischen, und wirtschaftlichen Erfolgen verbunden. Die Ausstellung zeigt verschiedene Bilder von dem 17. bis zum 20. Jahrhundert und wirkt als eine Porträtgalerie der Dietrichsteiner und deren Kinder. Dazu können Sie andere Gegenstände sehen, die mit der Geschichte der Dietrichsteiner in Mikulov zusammenhängen. Das Gestattungskleid der Margaretha Frances Lobkowicz ist ein Teil der Exosition.

Führung
B
Die Schlossbibliothek

Die Schlossbibliothek gehört zu den wichtigsten Sammlungen, die während einem Schlossbrand im 1945 nicht zerstört wurden. Die Bibliothek hat immer noch dieselbe Gestalt, als sie im 18. Jahrhunderts hatte. Sie befindet sich in dem Barockteil des Schlosses, zwischen zwei gotischen Türmen, gleich am Eingang in das Schlossareal. Sie besteht aus zwei historischen Räume, und zwar aus einem Leseraum und einer großen Bibliothekhalle. Die ursprünglichen Barockschränke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts enthalten über 11.000 Bücher. Diese stammen aus der ursprünglichen Dietrichsteiner Bibliothek, und aus anderen aristokratischen Bibliotheken, wie zum Beispiel aus Jaroslavice (Joslowitz), Moravské Budějovice (Mährisch Budwitz) und Plaveč (Platsch). Das Grundstück der Bibliothek wurde von Adam von Dietrichstein (1527 - 1590) gelegt, und weiter wurde sie von dem Kardinal Franz Dietrichstein (1570 - 1636) entwickelt. Seine Position in Landverwaltung ermöglichte ihm, eine der größten europäischen Bibliotheken zu sammeln. Diese Bibliothek (ca 10.000 Bücher), die auch viele protestantische Bücher enthielt, wurde von den schwedischen Soldaten im Jahre 1645 gestohlen.
Die heutige Bibliothek besteht aus Familienbibliotheken, die die Dietrichsteiner durch Erbe oder Einkauf erworben hatten. Die wichtigsten sind: die Bibliothek der protestantischen Familie Hoffmans von Grünpichl, die Familienbibliothek der Familie Pruskovský von Pruskow (erworben am Anfang des 19. Jahrhundert), und die Bibliothek des Piaristischen Gymnasiums aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert. Die vertvollsten sind die Mathematik-, Geologie-, und Astronomiebücher von dem Piaristen und Mathematiklehrer Franz Cassian Halaschka.
Trotz der Tatsache, dass die Dietrichsteiner eine ganze Reihe von Büchern im Jahre 1933 in ausländischen Auktionen verkauften, gehört die heutige Bibliothek zu den Edelsteinen des Schlosses. Nach langen Jahrzehnten wurde sie am 18. Mai 2000 für die Öffentlichkeit eröffnet. Die Ausstellung in der Bibliothekhalle zeigt die Kunst der Buchbinderei in verschiedener historischen Zeitperioden, als auch die wichtigsten Schriftsteller, die in der Bibliothek vertreten sind.

Verwalter der Schlossbibliothek:
Mgr. Miroslav Koudela, tel.: 519 309 022, 777 061 296, koudela@rmm.cz

Die Piaristenschulen in Mikulov und ihre wissenschaftliche Instrumente

Die Ausstellung wurde 2011 zum Gedenken an den 380. Jahrestag der Gründung des Piaristen-Gymnasiums in Mikulov eröffnet - dem ältesten außerhalb Italiens gegründeten Instituts. Er erzählt von der Ankunft der Piaristen in den böhmischen Ländern im Jahre 1631, stellt František Kardinal Dietrichstein vor, der für seine Stadt eine höhere Bildungseinrichtung mit anschließendem fortgeschrittenem Unterricht in klassischen Disziplinen und Naturwissenschaften gründete. Er ist vertraut mit Professoren, Studenten und Absolventen, die eine neue Schicht von Gelehrten in der Stadt geschaffen haben. Die Besten sind Wissenschaftler, Juristen, Philosophen und ihre Arbeit hat den Ruf dieser Institution geschaffen.
Die Ausstellung, die in der Schlossbibliothek untergebracht ist, basiert hauptsächlich auf wissenschaftlichen Instrumenten der Renaissance und des Barocks des mathematischen Kabinetts der Gymnasien der Astronomie, Geographie und Physik, deren umfassende Sammlung eine einzigartige, von den Bedürfnissen der Schulbildung motivierte Art der Entstehung ist.

Führung
C
Riesenweinfaß

Der älteste Gegenstand in der Winzersammlung des Regionalen Museums ist das Renaissance-Riesenweinfaß aus dem Jahre 1643. Der Faß wurde Maximilian Fürst von Dietrichstein (1596 - 1655), dem Nachfolger Kardinal Franz von Dietrichteins (1570-1636), der das Herrengut in dem 17. Jahrhundert besaß, bestellt. Das Faß diente als Behälter für den Wein, den die Untertanen im Rahmen ihrer Steuer an den Fürst für die verpachteten Weinberge abgeben mussten.

  • Länge: 6,2 m
  • maximaler Durchmesser: 5,2 m
  • minimaler Durchmesser: 4,5 m
  • Gewicht: 26,1 Tonnen
  • Inhalt - ältere Angaben: 1736 Eimer und 9 Maß, 1010 Hektoliter und 81 Liter (101.081 Liter) nach Umrechnung
  • Inhalt - neuere Angaben: 1.014 Hektoliter (101.400 Liter)
  • Anzahl der Reifen: 22
  • Das Gewicht eines Reifens: 390 kg
Der traditionelle Weinbau in Mähren

Der erste Teil der neuen Winzerausstellung wurde im Jahre 2000 unter dem Namen "Der traditionelle Weinbau in Mähren" geöffnet. Die Besucher finden hier Informationen zu Weinbau, Weinproduktion und Weinverkauf in verschiedener Zeitperioden. Eine graphische Gestaltung zeigt, wie die Weinbergflächen in verschiedener Zeiten schwenkten. Die Ausstellung erklärt die Methoden des traditonellen Weinbaus und zeigt die "grünen" Arbeiten rund ums Jahr. Besucher finden eine anschauliche Darstellung der häufigsten Rebschnittmethoden, und eine Auswahl von verschiedenen Rebmessern. Die Ausstellung stellt verschiedene Rebschädlinge vor, und informiert, wie man gegen sie in der Vergangenheit kämpfte.
Weiter können die Besucher verschiedene Werkzeuge für Weinbau und Ackerbau aus dem 19. Jahrhundert sehen, als auch primitive Ausrüstung für chemische Schädlingsbekämpfung aus dem frühen 20. Jahrhunderts. Sie haben auch eine Möglichkeit, sich mit der Funktion der Baumkelte und Spindelkelte bekannt zu machen, und die Grundkenntnisse über die traditionelle Weinproduktion zu bekommen. Die Ausstellung zeigt Weinbauten, Weingefäße und erklärt historische Weinredewendungen, Termine und Maße, die heute schon vergessen sind. Ein Raum wurde zu einem Presshaus aus dem 19. Jahrhunderts gemacht, damit die Besucher eine Vorstellung bekommen, wie das Leben der Winzer damals war.

Die Galerie der Weinpressen

Im April 2004 öffneten wir in dem dabeiliegendem Raum einen zweiten Teil der Ausstellung, den wir als eine Galerie der Weinpressen konzipierten. Wir zeigen neun vollständige historische Weinpressen und drei Bruchstücke. Sie werden alle Arten von Spindelkelten sehen: Kelten mit einer, mit zwei oder mit drei Spindeln, Kelten mit Holz- oder Metalspindeln, Kleinkelten (ca. 70 cm hoch), aber auch Riesenkelten, die größer als 3 Meter sind. Die älteste Kelte stammt aus dem Jahre 1797, die jüngste wurde im 1937 herrgestellt. Es geht vor allem um Exemplare aus Südmähren und Westslovakei. Insgesamt ist es möglich, 15 historische Weinpressen zu sehen.

Führung
D
Die Römer und Germanen im Land unter Pálava

Im Jahre 2008 erwarb diese Ausstellung den höchsten Preis, "Gloria Musaealis" in der Kategorie "Die Museumausstellung des Jahres 2007".

Die Exposition "Die Römer und Germanen im Land unter Pálava", die sich in den neu geöffneten Kellerräume des Schlosses befindet, ernähert das Leben in Mähren in den ersten Jahrdunderten unserer Zeit. Sie ist auf den archäologischen Funden aufgebaut.
Der erste Teil der Exposition stellt die Römerkultur vor, die durch die Produkte der römischen Werkstätte illustriert wird. Daneben werden auch Gegenstände gezeigt, die mit dem Aufenthalt der römischen Legionen in dieser Region verbunden sind, wie eine Rekonstruktion der Fußbodenheizung - hypocaust. In dem zweitem Teil werden Funde gezeigt, die die Kultur der lokalen Bevölkerung (der germanischen Stamm der Swaben) dokumentieren. In einer idealisierten Rekonstruktion der germanischen Hütte zeigt man Gegenstände für den Alltag, wie zum Beispiel Keramik, Knochenkämme, Stifte, Klammern und andere. Zwei Gräber mit Artefakten aus Nikolsburger Grabstätten zeigen die Art und Weise der germanischen Beerdigung. Die Schaukasten enthalten typische Funde der Brandgräbern, wie Keramik, Waffen, Messer, Klammer, Glasperlen und viele andere.
Der Höhepunkt der Ausstellung ist eine einzigartige Sammlung von Funden aus dem Grab eines germanischen Fürsten aus dem 2. Jahrhundert, das am Ende der 80. Jahre bei Muschau entdeckt wurde. Es handelt sich um ein der reichsten Gräber in unserem Gebiet. In dem Grab wurde eine ganze Reihe von goldenen Gürtelklammern, Waffen, und römischen Gefäßen aus Bronze, Glass und Keramik gefunden. Es beweist das hohe Niveau der germanischen Handwerkkunst.

Führung
E
Der Wein über die Jahrhunderte

Die neue Winzerausstellung "Der Wein über die Jahrhunderte" wurde im Regionalmuseum in Mikulov am 1. Juni 2012 eröffnet. Die Firma Praga Mystica s.r.o. bereitete die Austellung mit Unterstützung der Südmährischen Region und des Weinfondes der Tschechischen Republik vor.
Die Exposition, ungewöhnlich in der Gestaltung, zeigt die Entwicklung des Weinbaus in unserem Gebiet im Rahmen der Europäischen Geschichte. Die Atmosphäre, die nach Wein und Historie duftet, wird von einer sensitiven Beleuchtung und zeitgenossichen Musik unterstützt. Die neu rekonstruierten und bisher für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Räume in dem ursprünglichen Barockpferdestall bieten Szenen aus verschiedener Zeitperioden und Länder, wo der Wein eine wichtige Rolle spielte.
Die Exposition zeigt einen romanischen Keller, eine gotische Kapelle, ein Labyrinth aus Rennaisance, oder ein Barocktheater. Überall gibt es verständliche Informationen mit viel Graphik. Einige Filmprojektionen informieren die Besuchern von dem Aufschwung des Weinbaus in einigen historischen Zeitepochen. Etwas nettes erleben Sie, wenn Sie eine Radfahrtprojektion geniessen, die Sie in die Weinberge nimmt, wenn Sie auf die Pedale des installierten Fahrrads treten. Die Exponate sind wertvolle Originale aus Mähren und Böhmen an der ersten Seite, aber auch präzise Repliken verschiedener Gegenstände, die mit Weinbau zusammenhängen an der anderen. Das älteste Exponat ist ein 18 Millionen Jahre erhaltener Abdruck der teutonischen Rebe, der für die Exposition zum ersten Mal von dem Prager Nationalmuseum geliehen wurde. Die Autoren der Ausstellung dachten auch an Kinder und Körperbehinderte, und vorbereiteten viele interaktive und taktile Elemente. Die Ausstellungsfläche ist für Rollstuhlfahrer zugänglich..

Führung
F
Die Schlosskapelle

Die Schlosskapelle der Heiligen Jungfrau Maria und des Heiligen Jan Evangelist befindet sich in dem ersten Stock des Zylinderturmes. Der Durchmesser des Turmes beträgt 9 Meter und die Wände sind 1,5 Meter dick. Die Kapelle hat einen achtseitigen Grundriss, wobei die Breite des Innenraums etwa 7,5 Meter ist, und die Höhe des Gewölbes über 9 Meter. Die Kapelle ist mit einem achtteiligen Rippengewölbe gewölbt. Die Rippen gehen aus den Konsolen aus, die mit kleinen, reich gekräuselten Blättern und Weintrauben verziert sind. Die Konsolen befinden sich mehr als 5 Meter hoch über den Boden. Die Gewölberippen konvergieren in einem Bolzen mit dem Christuskopfrelief. Die Schlosskapelle ist beleuchtet mit einem hohen neugotischen Fenster mit Maßwerk aus dem 19. Jahrhundert. Das Glass trägt eine Darstellung von Madonna mit Kind auf der linken Seite und von dem Heiligen Joseph auf der rechten Seite. In dem unteren Teil links befindet sich das Dietrichsteinerwappen. Die Kapelle kann von der Flur durch ein Portal mit Eisenblatttür betreten werden. Die Tür ist mit quer gelegten Klemmleisten verstrebt. Das heutige Aussehen der Kapelle stammt aus dem Jahre 1871, wenn es zu einer Renovation in dem neugotischen Stil kam. Darüber informiert eine Wandsteintafel.

Führung
G
Ausstellungen

Ausstellungen am Schloss

 Pavlov (Pollau) – archeopark

Archeopark

Kommen Sie zu einem Ort, wo die Mammutjäger vor 30.000 Jahren lebten, schauen Sie sich Exponate aus ihrer Zeit an, und lassen Sie die Geschichte an Sie wirken. Asymmetrische weiße Türme symbolisieren die Felsen, die auf den Hängen in der Umgebung stehen. Der archäologische Park ist enzigartig und interessant. Die ganze Ausstellungsfläche versteckt sich in einer Geländewelle. Am Rande der Gemeinde Pavlov (Pollau), am Ort der ehemaligen Siedlung aus Paläolithikum, die im Jahre 2010 zum Nationskulturdenkmal erklärt wurde, entstand eine moderne Geländeexposition. Die Besucher können hier eine originelle Ablagerung der Mammutknochen sehen, die da nach der archäologischen Untersuchung gelassen wurde. Die historische Exposition stimmt mit der modernen Architektur überein, und zeigt reiche Kultur, Kunst, Rituale und Beerdigungsritten der Bewölkerung unserer Region aus den Jahren 25.000 bis 30.000 vor Christi.

 

 Die Synagoge in Mikulov

Die Synagoge

Die Obere Synagoge, auch Alte Synagoge genannt, befindet sich in einem Reihenhaus in Husova Straße, die in der Vergangenheit eine Hauptachse des Jüdischen Viertel der Stadt Mikulov darstellte. Sie wurde an einem Abhangort unter dem Schlossberg erbaut, neben einem Weg zum Schloss. Wegen liturgischen Gründen steht sie schräg zu anderen Häusern. Diese, einzige erhaltene, Synagoge wurde hier im Renaissancestil im Jahre 1550 erbaut. Im Jahre 1689 wurde eine Frauengalerie im 1. Stock und ein Frauenbethaus (Winterbethaus) an der Südseite errichtet. Das heutige Aussehen der Synagoge geht aus dem Barockumbau aus, weil die Synagoge im Jahre 1719 bei einem Brand sehr beschädigt wurde.
Die Rekonstruktion wurde wahrscheinlich von dem Dietrichsteiner Architekten Johann Christian Oedtl geführt. Das Barockabaton wurde von Ignaz Lengelacher geschaffen. In der Mitte des Bethauses wurden im Jahre 1719 vier Korinthischen Säule gebaut. Die Säule verbanden sich mit dem Kreuzgewölbe durch eine halbkreisförmige Arkade. Das Bethaus hat vier Kuppelgewölben. Diese architektonische Gestaltung ist typisch für Synagogen der sogenannten Ostart (zum Beispiel die Renaissancesynagoge in Lemberg) und die Synagoge in Mikulov ist die einzige in Tschechien, die zu diesem Typ gehört. Ihr Aussehen wurde weiter gändert durch eine Empireumgestalltung, wenn neue gegliederte Fenster eingebaut wurden.
Der letzte Gottesdienst in der Synagoge fand im Jahre 1938 statt. In der Zeit der deutschen Okupation wurde die innere Ausrüstung entweder weggenommen oder zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg benutzte man das Gebäude als Lagerhaus und erst im Jahre 1960 kam die Synagoge in die Hände des Staates. Von 1977 bis 1988 verlief eine große Rekonstruktion, wobei die Synagoge ihren religiösen Charakter vollkommend verlor. Das Frauenbethaus im Erdgeschoss wurde umgebaut und überdacht. Das Barockabaton "Aron Hakodesh" wurde leider völlig abgebaut.
Heute gehört die Synagoge wieder der Jüdischen Gemeinde in Brünn. Seit den 90. Jahren des 20. Jahrhundert wird sie von dem Regionalmuseum als eine Konzert- und Ausstellungshalle verwendet. Gelegentlich benutzen sie jüdische Pilger, um einen Gottesdienst zu feiern. Die Synagoge gehört in den Lehrpfad über jüdische Denkkmäler, der im Jahre 2000 eröffnet wurde. In der Kasse lässt sich ein Buch "Die Juden in Mikulov" kaufen, das auf Tschechisch, Englisch, und Deutsch zu Verfügung ist. Das Buch wurde geschaffen in Zusammenarbeit von dem Regionalmuseum in Mikulov und dem Stiftungsfond für die Opfer des Holokausts. In der Saison können Sie sich hier auch den Schlüssel zu dem Jüdischen Friedhof ausleihen.

Im Jahre 2011 kam es zu einer neuen Rekonstruktion der Synagoge im Rahmen des Projekts "10 Sterne - Die Revitalisation der jüdischen Denkmäler in der Tschechischen Republik". Die Rekonstruktion endete im Jahre 2014. In Mikulov, das mehr als 400 Jahre zu einem wichtigen Zentrum des mährischen Judentums gehörte, standen in der Vergangenheit 12 Synagogen und Bethäuser. Nur die älteste Synagoge wurde erhalten. Man nannte sie "Obere", "Alte", und "Domsynagoge" oder auch "Altschul" genannt. Die Grundlagen der Wände entstanden im Jahre 1550. Das heutige Barockaussehen stammt aus dem Jahre 1719, wenn die Synagoge nach einem Brand rekonstruiert wurde. Der große Innerraum wurde durch vier Kuppelgewölbe gewölbt, die sich in einem viersäuligen Pfeiler in der Mitte der Halle verbinden. Durch diese einzigartige Darstellung ist die polnische (oder östliche) Art von Synagogen bei uns vertreten. Das innere Bethaus ist reich an Stucken und Kartouchen.
Die Synagoge diente religiösen Zwecken bis kurz nach dem 2. Weltkrieg, als die jüdische Gemeinde, während des Krieges beseitigt, einstweilig wieder hergestellt wurde. Lange Jahrzehnte kam die Synagoge herunter. Dank dem Regionalmuseum in Mikulov wurde sie vor dem Abriss gerettet und in den Jahren 1977-1989 umgebaut. Es war damals nicht möglich das zerstörte Objekt komplett zu erneuern. Das Winterbethaus und das Treppenhaus zu der Frauengalerie mussten abgebaut werden. Die hebräischen Aufschrifte in der Haupthalle waren übermalt und das Barockabaton "Aron Hakodesh", das einzigartige Werk des österreichischen Bildhauers, Ignatius Lengelacher, wurde niedergerissen.
Das Hauptziel des "10 Sternen" Projektes war es, der Synagoge das Aussehen von 1719 bis 1723 wieder zurück zu geben. Das Winterbethaus und das Treppenhaus wurden nach den ursprünglichen Plänen wieder aufgebaut, der Boden wurde gesenkt und die Stuck- und Kartouchendekorationen erneuert. Nach vorhandenen Fotografien und Gemälde machte MgA. Josef Červinka ein neues Abaton (Aron Hakodesh). Der Interieur wurde von MgA. Jana Waisserová und Kateřina Krhánková, DiS. restauriert. Die Synagoge wird weiterhin für Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen des Regionalmuseums benutzt.

 Dolní Věstonice – Das Leben unter Pálava

Das Leben unter Pálava

Unter dem Namen "Das Leben unter Pálava" wird neben der traditionellen Archäologie auch die Koexistenz des Menschen und der Natur in der Landschaft unter Pálava präsentiert auf Grund verschiedener Ereignissen des 20. Jahrhundert.
Der archäologische Teil der Austellung zeigt der Öffentlichkeit die Überreste der Pollauer Siedlung aus zwei Zeitperioden. In der ersten Periode geht es um die Siedlung der Mammutjäger (vor ca. 30 - 20 Tausende Jahren) mit Bedeutung, die die Region der Pollauer Berge ganz übersteigt. Aus dieser Zeit kommt der wichtigste Exponat der Exposition, und zwar die Wisternitzer Venus. Die zweite Periode, die in der Austellung vorgestellt wird, ist die frühere Bronzezeit. Die Überreste aus dieser Zeit sind noch zu erkennen auf den größten Bergen von Pálava und in der Umgebung. Die Austellung bietet nicht nur charakteristische Gegenstände dieser Zeit, wie Werkzeuge aus Bronze und Keramik, aber auch Zeichnungen, die das Leben der Zeit darstellen. Die Austellung versucht eine Diskusion über die Bedeutung einzelner Entdeckungen zu aktivieren.
Der zweite Teil der Exposition befindet sich in dem ersten Stock und folgt die Änderungen der Landschaft unter Pálava in dem 20. Jahrhundert. Verschiedene menschliche Aktivitäten veränderten das Aussehen der Landschaft und beinflussten die natürlichen Verhältnisse in der Region. Die Besucher entdecken die Fauna und Flora des Auwaldes vor und nach dem Bau der Stauseen bei Nové Mlýny (Neumühl). Die Vielfältigkeit der Vögel in der Landschaft wird mit einem umfangreichen Diorama präsentiert. Die andere Hälfte des Raumes erinnert an das Leben in der verwüsteten Gemeinde Mušov (Muschau), die in den Wässern des Neumühler Stausees untergegangen ist in den 70. Jahren. Die Besucher erfahren von der Geschichte der Gemeinde durch verschiedene alltägliche Gegestände. Das letzte übriggebliebene Gebäude, die Kirche des Heiligen Linhart, wird auch erwähnt.

 Diváky – Die Gedenkstätte der Gebrüder Mrštík

Die Gedenkstätte der Gebrüder Mrštík

Die Brüder Alois (1861 - 1925) und Vilém (1863 - 1912) Mrštík lebten in Diváky (Diwak), wo Alois an der Grundschule unterrichtete, und wo Vilém nach seinem tragischen und freiwilligen Tod begraben ist. Die lokale Umgebung unter dem Namen "Habruwka" diente dem Alois als Inspiration für seinen Roman "Ein Jahr in einem Dorf", der das Leben in einem slowak-hanakischem Dorf an der Wende des Jahrhunderts beschreibt. Zusammen schuffen die Brüder ein realistisches Drama, "Maryša", das aus dem nebenliegenden Dorf Těšany (Tieschan), nur einige Kilometer entfernt, ausgeht. Das Spiel wird von den führenden Theater immer noch aufgeführt. In einem Haus, wo die Mrštík Familie lebte, gibt es heute eine Austellung des Regionalmuseums in Mikulov. Die Austellung zeigt das Leben und Werk beider Künstler.

© Regionální muzeum v Mikulově 2016